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Gemeindebote der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche Schnaittach
 
AUS DEM EV. KINDERGARTEN "DIE ARCHE"

Jahreslosung für 2012:
"Meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig."
(2. Korinther 12,9)

" 1. Mose 29-50"

„Du bist ein Versager!“
Von Kränkungen durch den Vater
und Sich-überwinden-trotz-allem

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Liebe Gemeinde,

(1.) ich erinnere mich an eine schöne Karikatur: Da sitzt so ein kleiner Knirps auf dem Boden und kuckt mit großen Kinderaugen in die Welt. Er hat die Wand im Wohnzimmer mit dem Hammer bearbeitet. Der Putz bröckelt heraus. Und daneben hat er mit Edding auf die Tapete geschrieben: „Papa hat mich lieb“. – Daran besteht für ihn offenbar kein Zweifel, auch wenn es jetzt gleich mit Sicherheit kräftig Ärger geben wird.
Es ist so elementar, dass Söhne von ihren Vätern wert geschätzt werden. Das ist Nahrung für die Seele. Es ist genau so wichtig wie Essen du Trinken.
Ein Sohn braucht das, dass sein Vater ihn wahrnimmt. Das heißt praktisch: Dass der Vater aufmerksam auf ihn blickt. Dass er interessiert nachfragt, wie es ihm geht, was ihn beschäftigt. Dass er ganz Ohr ist, wenn der Sohn erzählt. Dass er ihn anfeuert beim Fußball spielen. Dass er den Sieg mitfeiert und in der Niederlage mittrauert. Dass er fair ist ihm gegenüber, ihm etwas zutraut, ihm Aufgaben überträgt, ihn dabei ermutigt. Dass der Vater auch um Verzeihung bittet, wenn er seinem Sohn Unrecht getan hat. Dass er die Tür offen hält und der Sohn weiß, ich kann kommen, auch wenn ich Mist gebaut habe.
Was aber, wenn Söhne an dieser Stelle Hunger leiden und eben nicht bekommen, was sie brauchen. Wenn sie nicht nur nicht wahrgenommen werden, sondern gar ausdrücklich gekränkt werden?
Manche haben die Sätze noch im Ohr und wohl auch in der Seele: Du bist ein Versager! Du Nichtsnutz! Du bringst mich noch ins Grab! So haben sie ihren Vater schreien hören. Bei anderen war es vielleicht subtiler. Sie erzählen: Ich konnte meinem Vater nie etwas recht machen. Er hatte an allem etwas herum zu nörgeln. Überall fand er das Haar in der Suppe. Andere erlebten, wie bestimmte Geschwister bevorzugt wurden. Sie waren Papas Liebling. Sie wurden begünstigt und die anderen wurden zurückgesetzt und missachtet. So etwas zu erleben tut weh.
Diese Erfahrungen hinterlassen ihre Spuren in der Seele. Sie graben sich hinein. Sie haben eine zerstörende Wirkung. Das sind Kränkungen, wie sie Söhne durch ihre Väter erleiden können. – Darum solle es im folgenden gehen.
Natürlich können auch Mädchen ähnliches erleben im Blick auf ihre Mutter oder auch im Blick auf den Vater. Also die Frauen unter uns mögen das für sich und ihre eigene persönliche Lebensgeschichte hören.
Kränkungen durch den Vater belasten die Söhne oft ihr Leben lang. Für einen Sohn ist es schon schwer genug, wenn er immer im Schatten des Vaters steht und da nicht heraus kommt: Der Vater regelt alles. Er plant und entscheidet alles. Er zieht die Fäden. Der Vater ist der große Macher. Und er lässt da seinen Sohn nicht ran. Er gibt keine Verantwortung ab. Der Schatten des großen Vaters liegt manchmal wie eine Last auf einem jungen Mann. Das ist schon schwer genug. Aber schlimmer noch ist es, wenn Väter ihre Söhne nur mangelhaft wahrnehmen oder sie gar ausdrücklich kränken.

(2.) Viele von Ihnen kennen die Josefsgeschichte aus der Bibel. Sie steht im 1. Buch Mose, in den Kapiteln 29 bis 50. Es lohnt sich, diese Novelle (mal wieder) zu lesen. Sie ist spannend. Literarisch ist sie eine Perle. Meist liest man sie unter der Überschrift „Josef und seine Brüder“. So kennt man sie aus der Kinderbibel. So hat sie auch Thomas Mann in seinem Roman beschrieben. - Aber alle diese Brüder sind ja Söhne eines Vaters. Der heißt Jakob. Welche Rolle spielt eigentlich dieser Vater Jakob? Keine Frage, eine sehr zentrale Rolle.

Er hat 12 Söhne. Aber er bevorzugt Josef und Benjamin. Die beiden sind Kinder seiner Lieblingsfrau Rahel. Vor allem Josef hatte er lieber als seine anderen Söhne. Er hatte ihm so ein Prinzengewand gekauft. Damit stolzierte der dann vor seinen Brüdern auf und ab. Jakob, der Vater, ließ die anderen Söhne arbeiten, aber Josef, der Prinz, durfte zu Hause bleiben.
Na Gut, Josef hatte die Träume. Er würde einmal über seinen Brüdern stehen und über sie herrschen. Von diesen Träumen erzählte er ihnen auch noch, dieser Angeber.
Andererseits zeigt sich doch in diesen Träumen das, was der Vater Jakob schon immer getan hatte, nämlich eben seinen Liebling Josef zu behandeln wie einen King. Also ist nicht letztlich der Vater Jakob der Grund für den Hass der Brüder auf Josef?
Natürlich sind die Brüder auch verantwortlich für das, was sie tun. Als sie Josef in die Grube werfen und ihn schließlich in die Sklaverei verkaufen. Da werden sie zu Tätern, gewiss. Aber sind sie nicht schon lange vorher Opfer, Opfer dieses Vaters?

Die einen kriegen Arbeitskleidung vom Vater, der andere schreitet im Prinzengewand umher. Die einen dürfen schuften, der andere schiebt ´ne ruhige Kugel. – Das ist so, wie wenn die einen Kinder mit Matchboxautos vertröstet werden und der andere bekommt einen ferngesteuerten Ferrari. Ach was, viel schlimmer. Es geht ja nicht um materielle Dinge. Der eine wird geliebt, die anderen werden missachtet. Das ist es! (vgl. v.a. Kap. 42-43).

Noch ein Beispiel: Viele Jahre waren vergangen. Die Brüder hatten ihren verhassten Bruder Josef als Sklaven verkauft und dem Vater erzählt, er wäre von einem wilden Tier zerrissen worden. Immer noch litt der Vater unter diesem Verlust. Dann kam eine Hungersnot ins Land. Jakobs Söhne machten sich auf nach Ägypten, um Getreide zu kaufen. Sie ahnten ja nicht, dass ihr verschmähter Bruder Josef dort inzwischen sozusagen vom Tellerwäscher zum Staatsminister aufgestiegen war. Kurz und gut: Josef erkannte seine Brüder, als sie um Getreide nachfragten. Aber sie erkannten ihn nicht. Er ließ einen von ihnen in Ägypten festnehmen mit einer fadenscheinigen Geschichte, so dass er damit rechnen konnte, dass die anderen wieder kommen würden. Und er sagte noch, sie brauchten nur wieder zu kommen, wenn sie ihren jüngsten Bruder Benjamin mitbringen würden. An dem hing Josef. (Die beiden waren Söhne der gleichen Mutter). Zu Hause beim Vater berichteten die Brüder wahrheitsgetreu, wie alles abgelaufen war. Jedem war klar, man müsste so schnell wie möglich zurück, um den einen Bruder zu befreien. Aber wie reagierte der Vater? Er weigerte sich. Er sagte: „Ihr beraubt mich meiner Kinder. Josef ist nicht mehr da. … Benjamin wollt ihr mir auch noch wegnehmen? Es geht alles über meine Kräfte“ (42,38).

Das, was wie eine Klage klingt, ist eine handfeste Anklage. „Ihr, ihr seid die Schuldigen. Ihr vermasselt immer alles. Ihr beraubt mich meiner Kinder !“ – Die Söhne könnten sagen: „Ja und wir , sind wir nicht auch seine Kinder? Aber wir, wir zählen nicht. Am Ende zählt bei diesem Vater nur Josef und Benjamin. Unser Bruder ist im Loch, aber das ist dem Alten so was von Wurst.
Und Vater Jakob redete noch weiter so. –
Unglaublich, wie dieser alte Mann in seinem Selbstmitleid und in seiner Selbstbezogenheit seine Söhne bis in die tiefste Seele kränkt. Er kennt die Schuldigen. „Ihr seid die Nieten!“, sagt er. Sind das nicht tolle Väter, die ihren Kindern sagen, dass sie nichts sind als Nieten, Sargnägel und dergleichen. Manches kann er nicht mehr der Alte. Aber das Heft in der Hand halten, das geht noch. Da bleibt er stur. Die Söhne können nicht ohne seine Zustimmung nach Ägypten zurück. Da sind ihnen die Hände gebunden. Das Leben bleibt stehen. Alles ist blockiert durch diesen sturen Bock.
Später gehen die Kränkungen weiter (z.B. 43,1). Als er sie schließlich doch losschickt, segnet er sie (43,14). Aber selbst noch im Segenswort verletzt er sie und behandelt sie als die namenlosen, ungeliebten, nicht wahrgenommenen Söhne. Selbst da, wo er sie der Barmherzigkeit Gottes anbefehlen sollte, denkt er nur an sein Hetschelkind.

(3.) Wie können Söhne mit so einer Verletzungsgeschichte umgehen? Was könnte ihnen auf diesem Weg helfen?

Kränkungen erkennen und benennen …

Oft genug vergöttern die Söhne ihre Väter. Gerade gekränkte Söhne tun das. Warum? Weil der Sohn die Schuld ja bei sich selber sucht. Weil er sich selbst als Versager fühlt. Das wurde ihm ja lange genug gesagt. Das steckt tief in ihm drin. D.h. er fühlt sich gar nicht würdig, dass der Vater ihn wert schätzt.
Man muss einem Menschen mit so einer Erfahrung helfen, die Schuld nicht bei sich selbst zu suchen. Das ist ein erster Schritt: Die Söhne müssen erkennen, dass das, was sie erlebt haben, eine Kränkung durch den Vater ist. Und sie müssen die Kränkung als Kränkung benennen. Dazu gehört schon eine Menge Mut. Denn es tut weh, das zu sehen und es auszusprechen. Wenn ich mich als Opfer erkenne, erlebe ich die Kränkungen noch einmal. Es schmerzt; denn es steht mir ja wieder vor Augen: Das, was war. Das was mir fehlte als Kind. Das was ich nie bekam, was ich aber gebraucht hätte.

… im Licht Gottes

Aber wir bleiben damit nicht allein. Wir bleiben damit auch nicht unter uns, so wertvoll und wichtig eine gute Gemeinschaft ist, die stützt und mit trägt. Wir kommen damit in die Gegenwart Gottes. ER ist die Quelle des Lebens. ER ist die Quelle der Liebe.
Unsere Lieder wollen helfen, dass wir Gott vor Augen haben als den, der er für uns ist, der uns sucht, ja der sich nach uns sehnt. Unsere Lieder wollen helfen, dass wir uns ihm öffnen, dass wir unser Innerstes IHM hinhalten – in die Sonne seiner Liebe.
Keiner von uns ist frei von Verletzungen. Es gibt keine Lebensgeschichte ohne Wunden. Aber bei Gott darf alles ans Licht kommen. Das was war und ist darf ich vor ihm aussprechen, damit es nicht immerzu im Verborgenen unerkannt weiter rumort. Seine Gegenwart ist heilendes und tröstendes Licht. Bei ihm darf ich mich fallen lassen. Bei ihm darf ich lachen. Bei ihm darf ich weinen und trauern. Er fängt mich auf. Er hält mich.

Aus der Opferrolle aufbrechen

Es gibt Menschen, die haben entdeckt, dass sie Opfer sind. Und all die erlittenen Kränkungen sind dabei (noch einmal) ans Licht gekommen und auch die Ohnmacht, die Wut, die Aggression, die damit verbunden sind. – Aber wohin damit?
Soll man dem Vater, wenn er noch lebt, eine heftige Szene machen? Oder wenn er schon tot ist, soll man an seiner Stelle z.B. ein Kissen zerfetzen? Hilft das langfristig?
Wir würden es ja verstehen, wenn die Söhne versuchten, sich zu rächen, ihrem Vater all das heimzuzahlen, was er ihnen an Kränkungen angetan hatte. Diese Logik steckt immer drin in den Verletzungsgeschichten: „Wie du mir, so ich dir“.
Man möchte jemandem etwas heim zahlen und trägt ihm die erlittene Verletzung darum nach. Aber genau dadurch kommt man nicht los davon. Man ist wie gefangen und belastet sich selbst. Man schleppt es mit sich herum. Man „trägt etwas nach“. Eigentlich möchte man damit dem anderen weh tun, aber in Wirklichkeit schadet man sich selbst, weil man angekettet bleibt.

Der Sohn hat erkannt, dass er Opfer ist. Gut. Aber so wichtig das ist, wenn es dabei bleibt, ist ihm noch nicht wirklich geholfen. Die Gefahr besteht darin, dass er dabei stehen bleibt.
Langfristig wird es nur helfen, wenn jemand aus seiner Opferrolle heraustritt und sagt: Das alles ist zwar passiert, aber es darf nicht den Rest meines Lebens bestimmen. Ich nehme mein Leben in die Hand. Ich will nicht passiv bleiben. Ich will nicht Opfer bleiben. Ich tue etwas.
Vergebung gewähren und Versöhnung suchen

In der Bibel heißt das: „Du sollst das Böse mit Gutem überwinden“. Ein belastetes Leben kann man nur hinter sich lassen im Frieden, sonst rumort es weiter. Dazu braucht es Versöhnung, vielleicht mit dem Vater, wenn möglich, vielleicht mit der so belasteten Lebenssituation.
So ein Versöhnungsweg ist anstrengend. Sie fordert das höchste, was ein Mensch geben kann: einen anderen gelten lassen, obwohl ich durch ihn zurückgewiesen wurde. Einen anderen annehmen, obwohl ich durch ihn Kränkungen erlitten habe. Das Böse überwinden mit Gutem. Dann bin ich nicht mehr nur das Opfer. Dann bleibe ich nicht mehr nur passiv. Dann unternehme ich etwas. Ich werde aktiv. Ich gehe einen Weg, der mich aus der Enge ins Leben führt.

Versöhnungsschritte der Söhne Jakobs

Ich könnte jetzt an den Söhnen Jakobs zeigen, wie sie aufbrechen aus ihrer Opferrolle und Vergebung üben. Aber in Anbetracht der Zeit will ich es nur noch andeuten.

- Ich finde es beeindruckend, wie sie diesen alten Mann, der ihr Vater ist, respektieren. In den Gesprächen bleiben sie höflich, reden zielgerichtet, allen voran Juda (vgl. Kap. 43).

- Wie sind diese Söhne über sich hinaus gewachsen, als sie Benjamin, den kleinen Liebling des Vaters, in ihre Mitte nehmen auf ihrer zweiten Reise nach Ägypten. Wie sind sie über sich hinaus gewachsen, dass sie ihrem Vater nicht all die erlittenen Kränkungen zurück geben.

- Und als sie in Ägypten vor Josef stehen, der nun Benjamin von ihnen reißt, weil der angeblich etwas gestohlen habe, da wachsen sie wieder über sich hinaus. Sie nehmen Benjamin in Schutz. V.a. der Bruder Juda, der Älteste, ist bereit, stellvertretend für seinen Halbbruder das Sklavenschicksal auf sich zu nehmen. Er ist bereit sein Leben einzusetzen für den Ungeliebten (Kap. 44). Ohnmächtig steht er da. –
Was tue ich , wenn ich solche Situationen der Ohnmacht erlebe? Ich kann fluchen, mich im Suff etäuben oder … mich verwandeln lassen.

(Kap. 44,27)

Wie schafft es dieser Juda, so sehr von sich und seinen Kränkungen abzusehen? Wie schafft er es, sich so sehr zu überwinden und für den anderen einzustehen, für ihn dazusein?
Ich denke, das geht nur, weil er gelernt hat, das sein Leben noch von einem ganz anderen umfangen ist. – Er ist wirklich erwachsen geworden. Sein Vater hat ihm zwar durch die Zeugung zum Leben verholfen, aber er lebt nicht mehr von diesem Vater, sein Leben ist nicht mehr abhängig von den Wohltaten oder Kränkungen dieses Mannes. Er lebt von der Güte eines anderen, eines größeren Vaters. Er lebt aus einer anderen Quelle. Er lebt aus Gott, darum kann er sich von den törichten Kränkungen des alten Mannes, der sein Vater ist, trennen und absetzen. Er muss sich nicht einmal mehr dagegen wehren, weil er weiß, der alte Mann ist auch ein Opfer, ein Opfer seiner Emotionen, seiner Selbstbezogenheit, fast schon bemitleidenswert, ein hoch neurotischer Mensch, aber trotz allem sein Vater, trotz allem ein Mensch, dem er, Juda, auf Gottes Erdboden Guten wünscht.

Ein Beispiel von heute

Ich breche hier ab. So weit die Beispiele aus der Jakobsgeschichte. Und ich schließe mit einem Beispiel von heute: Ein Kollege erzählte, dass er die Geschichte aus dieser Sicht bei einer Busfahrt mit dem Seniorenkreis erzählte. Es war auf der Rückreise bei einem Ausflug. Es regnete in Strömen. Und der Bus fuhr immer langsamer. Der Busfahrer war als Aushilfe für einen Kollegen eingesprungen. Die Fahrt hatte ihm eigentlich nicht in den Kram gepasst. Nun saß er da und lauschte gebannt. Als die Gruppe draußen war, da hielt er den Pfarrer fest. Und er sagte: „Das musste wohl so sein, dass ich Sie heute fahre. Mein Vater, der hat mich auch nur zurückgesetzt. Ich war nur die Niete, ein Sargnagel. Am liebsten hätte ich ihn verflucht. Aber ich habe heute gemerkt, ich muss mich mit ihm versöhnen, sonst werde ich ihn nie los, sonst hängt mir das auf immer nach. Ich habe beim Zuhören schon angefangen mich mit ihm zu versöhnen. Ja, er war auch ein Opfer. Das weiß ich seit langem. Er hätte es mir trotzdem nicht so schwer machen müssen. Aber das ist nicht das Thema jetzt. Mein Thema ist, dass ich über mich hinaus wachse und ihm vergebe. - Diese Geschichte hat mir sehr geholfen. Danke.“

Es flossen Tränen über Tränen. Es brauchte eine ganze Zeit, bis er weiter fahren konnte. Aber dieser Mann ist in dieser Zeit spürbar größer geworden. Er hat sein kleines gekränktes Ich hinter sich gelassen und ist in diesem Gespräch größer und größer geworden. Er ist immer mehr er selbst geworden und er ist zu sich gekommen und zu Gott.

Im Segen sagt Gott sein bedingungsloses JA

„Siehe, ich will ein Neues schaffen, spricht der HERR, jetzt wächst es schon auf. Erkennt ihr´s denn nicht? – „Siehe!“ , sagt Gott. Also, es ist wichtig, worauf wir schauen.
Wenn ich auf mich schaue, dann sehe ich, was fehlt, was misslingt, was belastet, dann sehe ich mein Leben, seine Schatten, dieses ganze Bündel von Widersprüchen. Wenn ich auf mich schaue, dann resigniere ich, dann trete ich den Rückzug an.
Aber wenn ich auf GOTT schaue, wenn ich sein Wort gelten lasse, dann lebe ich auf, dann wächst der Mut, aufzubrechen und herauszutreten aus dem Opfersein.
Wir laden heute wieder ein, dass Sie sich persönlich segnen lassen. Im Segen legt Gott selbst seine Hand auf mein Leben und sagt: Du bist mein geliebtes Kind. Du gehörst mir, mit all dem, was in dir ist, mit all dem was in dir zerbrochen und verletzt ist. Das was du nicht tragen kannst, das trage ich – für dich.
Das, was du nicht aushalten kannst, das halte ich – für dich.
Ich führe dich ins Leben, in die Weite. Vertraue mir nur.
„Ich habe deinen Weg durch diese Wüste auf mein Herz genommen“. „Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“

Amen.

 

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