Home Namen und Adressen Gottesdienst Aktuelle Termine Treffpunkte Kindergarten Kinder & Jugendarbeit Aktionen Musik Links
       Gottesdienst
       Predigten, Gebete, Worte
       Aktuelle Termine
       Infos zur Taufe
       Infos zur Trauung
       Abendmahl
       Kirchencafe
       Kassetten-Service
       Eine Welt Verkauf
       Büchertisch
       Geschichten
aktuelle Termine
 
Gemeindebote der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche Schnaittach
 
AUS DEM EV. KINDERGARTEN "DIE ARCHE"

Jahreslosung für 2010:
Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich
(L) Johannes 14, 1

" Römer 14,17"

ErntedankGottesdienst
1.10.2006 mit Heiligem Mahl
Evang.-Luth. Christuskirche Schnaittach, 9.30 Uhr

„Essen und Trinken und das Reich Gottes“

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Das biblische Wort für den heutigen Gottesdienst ist ein kurzes und geschliffenes Wort aus dem Römerbrief im 14. Kapitel, Vers 17. - Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom:

„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.

Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und den Menschen wert. Darum lasst uns dem nachstreben, was dem Frieden dient.“

Liebe Gemeinde,

(1) Man kann sich fragen: Warum solch´ ein Wort? „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken.“ Wir feiern doch Erntedankfest. Wir wollen uns doch freuen an den Gaben für Essen und Trinken. Wir wollen doch Gott danken für alles, was gewachsen ist. Wir bringen doch dadurch zum Ausdruck, dass wir auf die Gesetze des Wachsens und Gedeihens angewiesen sind. Gott hat sie geschaffen und vorgegeben. Es ist eben so vieles im Leben unserer Machbarkeit entzogen ist. Wir empfangen es!

Darum wollen wir auch diesen Tag festlich begehen!

Warum dann dieses Bibelwort?

„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken.“

Soll unsere Freude an Essen und Trinken gedämpft werden? Wir könnten ja einmal Jesus persönlich fragen: „Herr, wie ist das gemeint? Du hast doch auch fröhlich in Gemeinschaft gegessen und getrunken? Und gerade durch diese Tischgemeinschaft hast du vielen Menschen die Nähe Gottes, das Reich Gottes, seine Herrschaft deutlich gemacht?“

Dies ist doch der Vorwurf, den man Jesus machte: Dass er mit verachteten Menschen zusammen gesessen hat, fröhlich war, gegessen und getrunken hat - so dass ihn die damaligen religiösen Oberen wörtlich einen „Fresser und Weinsäufer“ nannten.

Jesus will uns nicht die Freude am Essen und Trinken, am festlichen miteinander Feiern, verderben und Paulus sicher auch nicht! Es ist sogar so, dass Paulus Christen gegenüber, die aus falschen religiösen Gründen die Freude an Essen und Trinken nehmen wollten - dass er hier gewagt und scharf betont - indem er sagt: „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ Gewagt ist dieses Wort deshalb, weil es das Lob Gottes durchhält, selbst angesichts all dessen, was nicht gut ist, was uns immer wieder krass vor Augen steht in dieser Welt.

Der Glaube stimmt ein in das ursprüngliche Schöpfungslob: Und siehe, es war sehr gut.

(2) „Ernte-Dank“ - Wenn wir nun an diesen Tagen danken, dann heißt das auch, dass wir uns Gedanken machen sollen. „Denken“ und „danken“ hängen ja eng miteinander zusammen. So denken wir z.B. an die Menschen, die dafür arbeiten, dass wir leben können.

Wenn man einmal nur bedenkt, was alles getan werden muss, um eine einzige Mahlzeit einzunehmen. Wir stellen uns die lange Kette all der Menschen vor, die dazu erforderlich sind, - nur für´s Frühstück zum Beispiel: Beim Brot angefangen - der Bauer - von der Aussaat an, aber auch das Fleisch und die Wurst - dahinter stehen ja auch die Tiere - Geschöpfe Gottes, die ihr Leben lassen müssen, damit wir gut leben.

Oder denken wir ganz konkret an unsere Landwirte, an die immensen Herausforderungen und Probleme in denen sie stehen. Ich selbst bin auf dem Bauernhof groß geworden, (auch wenn ich mir leider wenig davon bewahrt habe.) Mein Vater sagte in den siebziger Jahren zu mir: „Bu, es is nemmer sche, der Doppelzentner Weizen kost etzt genau so viel wie nach´m Krieg.“ Viele haben alles gegeben: Betriebliche Umstellungen, harte Arbeit, große Verluste an Eigenkapital. Manche haben es trotzdem geschafft. Andere haben resigniert.

Lassen wir doch einmal diese Menschen vor unseren Augen Revue passieren. Wir denken an sie. Manche kennen wir vielleicht mit Namen. – Vielleicht könnten wir ihnen auch einmal danken und Interesse zeigen, nachfragen.

Zurück zum kurzen Predigtwort von Paulus:

„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken.“

(1) Der Apostel Paulus ging mit dieser Aussage auf ein Problem der Gemeinde in Rom ein. Es ging um den römisch-heidnischen Opferkult. Die Christen damals waren davon stark bewegt. Da wurde das Fleisch dieser Opfertiere auf dem Markt verkauft. Und es war damals eine schwerwiegende Frage der Christen, ob sie dieses Fleisch essen durften oder nicht. Früher hatten sie nämlich mit religiöser Ergriffenheit an diesen Kulten teilgenommen.

Paulus aber sagt ihnen: Es gibt Wichtigeres in den Fragen des Glaubens als das. Es geht letztlich nicht darum, ob jemand die Freiheit hat zu essen oder ob sein Gewissen an dieser Stelle gebunden ist. – Wichtiger ist das Reich Gottes. Wichtiger ist, dass Gottes Herrschaft unter euch angebrochen ist: „Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“

Man könnte sagen: Das sind die Früchte. Das ist die Ernte des Glaubens und der Liebe, also die Früchte, die Gott bei uns wachsen lassen möchte. Gott möchte doch so sehr, dass es in unserem Christsein zu einer guten Ernte kommt, zu einer Ernte, über die er sich freut.

(2) Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit . Was heißt das? Gott ist dir nahe, ein jeder, eine jede von uns soll wissen: Du bist von Gott geliebt. - Durch Christus bist du mit Gott versöhnt, und durch ihn bist du richtig vor Gott. Jeder soll wissen: Du bist unendlich viel wert.

Es ist die Gerechtigkeit, die uns bei Gott richtig und recht macht. Es ist also damit eine andere Gerechtigkeit gemeint, als wir sie normalerweise auffassen. Es ist nicht die, die mir vielleicht zusteht, nach dem Motto: Wir wollen Gerechtigkeit! Nein, so nicht. Hier geht es um die Gerechtigkeit, die ich in der Gemeinschaft mit Jesus empfange. Er sagt: Komm, du bist mir recht, empfange, was ich dir geben möchte.

Wer ist denn von uns Menschen von sich aus richtig vor Gott? Wenn wir einmal all unsere frommen Masken ablegen? Keiner! Aber gerade der, der das erkennt, zu dem sagt Christus: Selig bist du, der du hungerst und dürstest nach dieser Gerechtigkeit, denn dein Hunger, dein Sehnen sollen gestillt werden. Selig bist du, sagt Christus, denn ich mache dich gerecht. Ich bringe dein Leben wieder zurecht, das, was du vermurkst hast. Lass mich nur machen. So wird dein Leben richtig vor Gott und für Gott. Mit dir möchte Gott Gemeinschaft haben. Er nimmt dich an, so wie du bist. Du sollst sein geliebtes Kind sein und bist es auch.

Die Gaben der Schöpfung können wir letztlich nur empfangen. Genau so sollen wir dieses Geschenk der Gemeinschaft mit Gott auch annehmen und für uns gelten lassen - und es pflegen, ganz unkompliziert. Wir können mit ihm reden, etwa so, wie Don Camillo in den Filmen mit Fernandel im Gespräch mit seinem Herrn bleibt.

Gott will unser Leben erfüllen . „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ . ER möchte unser Glück und unsere Seligkeit sein und ER allein vermag es auch zu sein.

Wir dürfen Gottes Schöpfungsgaben und alles Gute im Leben empfangen. Ich denke, so werden wir davor bewahrt, dass die Gaben und Dinge dieser Welt uns nicht zum Abgott werden. Wir leben mit den Gaben dieser vergänglichen Welt und wir freuen uns auch an ihnen. Aber sie sollen uns nicht zum Götzen werden. Das Geschaffene soll nicht an erster Stelle stehen.

Dem reichen Kornbauer im Evangelium wurde gesagt: „Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern - und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“ (Luk 12, 20f.)

(3) Paulus sagt „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und den Menschen wert. Darum lasst uns dem nachstreben, was dem Frieden dient.“

  Das Reich Gottes ist also auch Friede.

Dieser Friede ist nicht zuerst ein gutes Gefühl in unserem Herzen. Es ist auch nicht der so unendlich wichtige Frieden in der Welt, sondern zuerst der Friede in unserer Beziehung zu Gott. Diese Beziehung zu Gott ist in Ordnung gebracht. Die Gemeinschaft mit Gott ist wieder hergestellt. Wir können wieder eins sein mit ihm. Christus hat nämlich unsere Trennung von Gott, überwunden.

Dieser Friede ist gemeint. Wenn ihn doch nur mehr Christen hätten! Denn das ist nämlich eine von den Verheißungen Jesu. Er sagt: „Kommet her zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, ich will euch erquicken.“ Und dann heißt es: „So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“

- Das ist dieser Friede.

Es ist etwas Wunderbares, wenn man sich dies sagen lässt und davon lebt:: „Mir ist vergeben! Mir ist wirklich vergeben.“ Und wenn man die Gelassenheit und die Freude erfährt: „Gott hat mich angenommen. Ich gehöre ihm und nichts kann mich mehr aus seiner Hand reißen.“ - Genau das ist es, was wir uns sagen lassen sollen, und dass wir es gelten lassen und im Vertrauen annehmen und es in unser Herz lassen. Wir sollen auf ihn schauen. Das ist das größte Geschenk - mehr noch als Essen und Trinken.

Ein Mensch, der so durch die Vergebung mit Gott und den Menschen versöhnt ist, der wird auch nach außen hin Frieden stiften können - dem nachjagen, was dem Frieden dient. „Selig sind die Friedenstifter“.

Erntedank. Es geht also nicht nur um unsere Erntefreude. Sie steht sicher an erster Stelle, weil sie uns so nahe vor Augen ist angesichts der Gaben.

Es geht nun auch um die Erntefreude bei Gott! Wie groß ist Gottes Freude, wenn nur ein Mensch umkehrt in die Gemeinschaft mit ihm - wie der verlorene Sohn in die Arme des Vaters. Selbst wenn nur wenige, nur einer, aus diesem Gottesdienst ginge und sein Leben Gott neu anvertraut:

„Vater, ich lege mein Leben in deine Hand. Ich bekenne dir all meine Schuld, auch ich habe dich oft vergessen und übergangen, dir misstraut - Herr, vergib mir, nimm mein Leben in deine Hand. Mach´ du etwas daraus!“

Da ist die Erntefreude Gottes groß.

Amen.

zurück


   
Home Gottesdienst Kontakt Impressum