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Gemeindebote der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche Schnaittach
 
AUS DEM EV. KINDERGARTEN "DIE ARCHE"

Jahreslosung für 2010:
Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich
(L) Johannes 14, 1

Johannes 8,12-16

Gottesdienst - 2. So. n. Epiphanias 14.1.2007, 9.30 Uhr
Evang.-Luth. Christuskirche Schnaittach

 „Licht der Welt“ – come in and find out!
Von einem Angebot, das Jesus macht

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Lesung Johannes 8,12-16:
Jesus sprach: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht leben in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: „Du gibst Zeugnis von dir selbst, dein Zeugnis ist nicht wahr“. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht woher ich komme oder wohin ich gehe. Ihr urteilt nach dem Fleisch. Ich beurteile niemanden auf diese Weise. Wenn ich aber urteile, so ist mein Urteilen gerecht; denn ich bin´s nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.“

Dies sind die Worte des Evangeliums. Der Herr segne sie an uns und erhalte uns sein Wort in Ewigkeit. Amen.

Liebe Gemeinde!
Manchmal, da gibt es Leute, die nehmen den Mund ziemlich voll. Sie überschätzen sich. Sie versprechen einem das Blaue vom Himmel herunter. Meistens sagt man nicht viel in so einer Situation. Man denkt sich seinen Teil: Lass sie mal machen. Man wird ja sehen. Warum soll man groß dagegen reden? Die Sache verläuft höchstwahrscheinlich so wie so im Sand.

Politiker stehen in der Gefahr zu viel zu versprechen. Sie kämpfen um die Gunst der Wähler. Dabei neigen sie dazu, sich selbst als unübertrefflich darzustellen. Aber das glaubt man ihnen nicht. Dann beobachtet man sie scharf. Oft wird dann versucht, ihnen auf kleinliche Weise Fehler nachzuweisen.
Aber es ist eben so: Wir werden misstrauisch, wenn sich einer selber zu sehr hervor tut.

(1.) Aber wie ist das mit Jesus? Wie gehen wir damit bei Jesus um? Ich meine, es wird einem doch fast schwindelig, wenn man hört, was er hier über sich selber sagt. Das ist doch der Hammer.
Na gut, bei seiner Geburt haben Engel einiges angekündigt. Und vorher auch schon. Das kann man ja meinetwegen stehen lassen. Von Neugeborenen kann man viel sagen. An sie kann man große Hoffnungen knüpfen; denn da ist ja noch alles offen.

Aber jetzt nach Weihnachten hören wir ihn selbst große Worte über sich machen. Unter seinen Zuhörern waren Pharisäer. Das waren fromme Leute. Die legten Wert auf eine ernste und gehaltvolle Verkündigung. Die hielten nichts von Rhetorik und Wortspielen. Was man sagte, das musste sich Leben bewahrheiten, sonst gaben sie nichts darauf. Sie fragten immer, wie kann ich das praktisch leben, was ich da zu hören bekomme?

Ausgerechnet vor solchem Publikum sprach Jesus über sich. Das war riskant. Das waren ja keine Leute, die sich leicht begeistern lassen. Und dann kam diese anspruchsvolle Selbstdarstellung von Jesus. Die würden sie sehr kritisch aufnehmen. Das war doch zu erwarten. Aber Jesus blieb dabei. Er wechselte nicht zu einem unverfänglichen Thema. Im Gegenteil: Er machte sich selbst zum Thema. Und dann kam dieser Satz, diese Behauptung. Wir hören sie aus seinem eigenen Mund. Also, das hat ihm keiner angedichtet. Da sind nicht die Erwartungen von begeisterten Anhängern. Nein, er selbst formuliert dieses Versprechen, ohne wenn und aber. Er selbst übernimmt damit eine ungeheure Aufgabe, ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist ein riesiges Versprechen und er traut sich zu, es zu halten: „Ich bin das Licht der Welt“. – „Ich“, Jesus von Nazareth, „Licht der Welt“.

Man wusste damals und man weiß ja auch heute, wie finster es in der Welt aussieht. Wir hören von so genannten Dunkelziffern. Und wir ahnen, dass wir von vielmehr Unrecht und Gewalt umgeben sind, als ans Licht kommt. Kriminalbeamte können ausplaudern, wie gering die Rate der Verbrechen ist, die aufgeklärt werden können. Und wir staunen, wie trotz aufwendigster Überwachung, Terror aus dem Verborgenen organisiert werden kann. Aber auch das, was heraus kommt, was aufgedeckt wird, was im Licht der Öffentlichkeit geschieht, ist es finster genug.

Das ist die Realität. – Was für eine Behauptung, wenn Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt“. Aber er zögert nicht. Er sagt es. Im Blick auf diese Welt, die seine Zuhörer bewohnen und unter der sie leiden, - im Blick auf die Verfinsterung, zu der sie selbst das ihre beitragen, erklärt er: „Ich bin das Licht der Welt“.

Also, wer unter machen Finsternissen leidet, der hört das als ein Versprechen: Ich bin das Licht, das die Welt braucht.
Bei mir, sagt Jesus, ist dieses heilsame Licht. Komm; denn bei mir wird es hell. Komm in diese Licht, tritt herein. Von hier aus wirst du alles in einem anderen Licht sehen, im Licht der Gnade Gottes, im Licht seiner Gegenwart.
Ich bin es! Ja, ich traue mir zu, es zu sein, ausreichendes Licht, Licht für die ganze Welt.

Mancher denkt sich jetzt vielleicht: Soll er doch mal machen. O.K., Jesus, mach die Welt hell, dann werden wir ja sehen.
Aber kaum hat man das gedacht oder gesagt, macht Jesus selbst schon das Angebot. Er sagt tatsächlich: Ihr könnt es prüfen. Er stellt da nicht einfach Behauptungen in den Raum. Was er sagt, das wird sofort zu einer Einladung. Es ist ein Angebot: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis leben, sondern wird das Licht des Lebens haben“. - „wer mir nachfolgt“, meint er. Man kann sich mir anschließen. Man kann sich davon überzeugen, dass ich es wirklich bin. Man kann die Erfahrung machen.

Also bitte: Er lädt nicht ein zu einer Diskussion, ob diese Behauptung wahrscheinlich ist oder nicht, ob das denkbar ist oder nicht. - Er lädt vielmehr ein, es auszuprobieren. Er macht das Angebot, sich ihm anzuschließen. Wer mitgeht, sagt er, wer sich mir anschließt, wer mir nachfolgt, der wird es auf seinem Lebensweg sehen.

Jesus macht die kühne Aussage: „Wer mir nachfolgt, der wird dieses Licht des Lebens haben“. Er sagt tatsächlich: „Er wird es haben“.
Also statt Todesnacht, – das Licht eines neuen Tage, das die Nacht vertreibt und den Tod besiegt. Satt Verfinsterung der Seele, – die Zuversicht, dass ER sogar einen Docht, der nur noch glimmt, wieder neu entfacht. Statt Betrübnis, – ein Aufblitzen seiner Freundlichkeit. Statt düsterer Aussichten, – eine helle Hoffnung, die durchträgt. Statt Entmutigung, Freudlosigkeit und Lebensüberdruss, – statt alles dessen: „Licht des Lebens“.

Jesus sagt nicht: „Wer mir nachfolgt“, der wird immer mal wieder etwas zu hören bekommen, der wird es eingeredet kriegen. Jesus sagt: Er wird es „haben“. Und das merkt man ja dann, wenn man ihm nachfolgt, d.h., wenn man Kontakt zu ihm hält und sich nicht von Jesus abbringen lässt, - man merkt es ja dann, ob man es hat oder ob das leere Versprechungen waren.

(2.) Kaum hatte Jesus zu Ende geredet, da kamen die Einwände der Pharisäer. Sie taten das nicht vorsichtig, zurückhaltend. Sondern sie hatten ein scharfes, vernichtendes Urteil parat.

Zunächst klingt es wie ein Formfehler. Also was du dir da erlaubst, das tut man nicht. Niemand kann von sich behaupten, sein Leben hätte so eine Wirkung. Das können nur andere von einem sagen. Dazu bräuchte man Zeugen. „Licht der Welt“, ja das müsste sich erweisen. Von allen Seiten müsste das Echo kommen: Jawohl, es ist hell geworden!

Und laut Prozessordnung braucht man immer mindestens zwei Zeugen. Und du willst Zeuge für dich selber spielen. Das geht nicht. Also, Fazit: Was du sagst, das ist nicht wahr. Du lügst.

Bei irgend welchen harmlosen Behauptungen, könnte man die Sache auf sich beruhen lassen. Man könnte sagen: Mach mal, wir werden ja sehen, was dabei heraus kommt.
Aber das, was du da sagst, das ist zu hoch gegriffen. Das hört sich ja an, als ob Gott spräche. Beim Propheten Micha heißt es: „Der HERR ist mein Licht“. (Micha 7,8) Und im 27. Psalm beten wir: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil.“ (Ps 27,1) - Und die Verheißung beim Propheten Jesaja lautet: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“ (Jes. 9,1)

Und wenn du jetzt sagst, du bist das Licht und wer sich dir anschließt, der lebt nicht mehr in der Finsternis, dann behauptest du ja, diese Verheißung sei erfüllt. Das ist eine riesige Anmaßung. Was spricht denn dafür? Das behauptest ja nur du. Wir bleiben bei unserem Urteil: Was du sagst, ist nicht wahr.

(3.) Aber Jesus bleibt dabei. Er sagt: „Auch wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis wahr“. Und er hält seine Einladung an alle Welt aufrecht. Wer „Licht des Lebens“ sucht, schließe sich mir an. Wer mit mir in Kontakt bleibt, „der wird das Licht des Lebens haben“, bei dem wird es sich auswirken, bei dem kommt es zur Geltung.

(3.1.) Zunächst geht er auf den Formfehler ein.
Die Kritiker haben schon Recht. Normalerweise müssen die Zeugen andere sein, als der, dessen Fall gerade verhandelt wird.
Außenstehende müssten die Zeugen sein. Zumindest noch einer müsste dazu kommen und die Sache bestätigen. Aber in meinem Fall, sagt Jesus, in meinem Fall ist das etwas anderes. Und das hängt mit meiner Herkunft zusammen. Mit meiner „Herkunft und „Hinkunft“ sozusagen. Ich komme nämlich von anderswo her. Und ich bin auch dort hin wieder unterwegs. Davon wisst ihr nichts. Das ist euch verborgen, unzugänglich. Aber ich weiß es. „Ich weiß woher ich gekommen bin und wohin ich gehe“.
Und dass ich „das Licht der Welt“ bin, das hängt damit zusammen. Das kommt daher, dass ich von dort komme. Niemand von hier könnte auftreten und behaupten, dass er das „Licht der Welt“ sei. Mit solchen Anmaßungen bräuchte man sich gar nicht beschäftigen. Denn jeder, der sich darauf einließe, würde bald merken, dass das nicht stimmt. Meine Zeugenaussage ist wahr. Und zwar deshalb, weil ich nicht von hier bin. Hier kommt kein „Licht der Welt“ auf. Aber wo ich herkomme, von dort kommt „Licht“. („Gott von Gott, Licht vom Licht, eines Wesens mit dem Vater“) - Ich allein komme von dort her. Und darum kann ich auch nur allein von dort reden. –
Was ich sage, ist wahr.

Also zunächst ging Jesus auf den „Formfehler“ ein, der ihm vorgeworfen wurde. (3.2.) Und schließlich tadelt er das vorschnelle Urteilen.
Ihr seid schnell mit eurem Urteil zur Hand. Und dabei urteilt ihr nur innerhalb eures beschränkten Horizontes. Euer Urteil ist menschlich. In diesem Fall allzu menschlich. In biblischer Sprache gesprochen: „Ihr urteilt nach dem Fleisch“.
Fleisch“, das ist der von Gott abgekommene, im Finstern tappende Mensch. „Fleisch“, das ist der Mensch, der sich einbildet, nur das zähle, was er mit seinen unerleuchteten Augen wahrnimmt und was seinem eingeschränkten Verstand einleuchtet. Das ist „Fleisch“. So urteilt ihr.

Für den täglichen Gebrauch ist das ja ausreichend. Aber in diesem Fall geht es an der Sache vorbei. Ob es ein „Licht der Welt“ gibt, ob da Hoffnung besteht und ob Jesus es ist, der diese Hoffnung erfüllt, - seid vorsichtig mit eurem schnellen Aburteilen.
Ihr denkt „fleischlich“, ihr denkt im Rahmen dessen, was euch von Haus aus zugänglich ist, was ihr überblickt. – Wenn das so ist, solltet ihr euch besser eines Urteils enthalten.

(3.3.) Jesus räumte ein, dass es vorkommen könnte, dass auch er Urteile fällen muss.
Aber auch das ist etwas völlig anderes, als ihre Art, Urteile abzugeben. Er urteilt eben nicht „nach dem Fleisch“. Er sieht die Dinge eben nicht in dem beschränkten Horizont, was man als Mensch für denkbar, möglich und wahrscheinlich hält. Er sieht sie anders. Er sieht sie von einer anderen Warte. Er sieht sie von diesem Ort her, von dem er herkommt und wohin er wieder unterwegs ist, von diesem Ort, der ihnen so gänzlich unbekannt ist. Wenn ich von dort her gesehen urteile, dann ist mein Urteilen nicht getrübt, sondern wahr. Ich sehe die Dinge nämlich mit den Augen Gottes.

Ihr habt mir vorgehalten, dass ich mit meiner Behauptung allein stehe. Aber das ist gar nicht der Fall. In Wirklichkeit sind wir zwei, wie die Prozessordnung es vorschreibt, zwei Zeugen, nämlich ich und der, der mich gesandt hat.

Es ist ja nicht so, dass ich mich selbst als das Licht empfehle, dass ich mir anmaße, etwas Außerordentliches zu sein, wie Wichtigtuer es machen. Ich komme vielmehr von Gott. Gott hat mich als Licht in die Welt gesandt. Und darum kann ich bedenkenlos und ohne zu zögern alle Welt einladen, sich mir anzuschließen und mit mir Kontakt zu halten. Ihr werdet sehen, „Volk, das im Finstern wandelt“, dass es für euch hell wird und hell bleibt. Wenn ihr euch mir anschließt. Wenn ihr an mir dran bleibt. Das kann ich versprechen.

Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.


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