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Gemeindebote der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche Schnaittach
 
AUS DEM EV. KINDERGARTEN "DIE ARCHE"

Jahreslosung für 2012:
"Meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig."
(2. Korinther 12,9)

" Markus 16,16"

Gottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias, 16.1.05
Evang.-Luth. Christuskirche Schnaittach

„Ich taufe gerne Kinder! – aber ist das eigentlich biblisch?“

  Annika Dorn & Paul Georg Pfister empfangen die Heilige Taufe

Jesus Christus sagt:
„Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden,
wer nicht glaubt, der wird verdammt werden.“
(Markus 16,16)

 

Liebe Gemeinde!

Ich taufe gerne Kinder! Natürlich weiß ich, dass ich mich damit bei manchen fragwürdig mache. Sie fragen zurück: „Ja, geht das denn, wenn wir die Botschaft der Bibel ernst nehmen?“
Die Frage ist berechtigt. Ich will sie ernst nehmen. – Und ich will die Antwort nicht schuldig bleiben.
Das, was ich dazu sage, sage ich als Lutheraner. Das verhehle ich nicht. Natürlich weiß ich, dass viele Christen, z.B. die Baptisten (die ja daher ihren Namen haben), hier einen anderen Weg gehen. Wie oft saßen wir mit freikirchlichen Geschwistern zusammen und haben über die Taufe diskutiert und uns die Köpfe heiß geredet. Aber am Ende wurden sie sowenig Lutheraner wie ich Baptist. Doch wir achten und respektieren uns und wissen uns in vielen anderen Dingen von Herzen verbunden. Aber hier bei der Taufe gehen unsere Wege auseinander.
Und trotzdem tut es gut immer wieder darüber ins Gespräch zu kommen. Das hilft, einander zu verstehen. So ähnlich erhoffe ich es für diese Predigt. Sie soll ein Gespräch eröffnen mit denen, die an dieser Frage dran sind.

Also nochmals: (Beamer) Ich taufe gerne Kinder! - Warum?
(1.) Weil sie es nötig haben.
Damit meine ich nicht nur Kinder, die schon Lieder vom Herrn Jesus singen können. Die auch. Aber auch die Säuglinge, die eben noch nicht reden und ihren Glauben bezeugen, sondern lediglich lallen und schreien können. Auch die süßen Kleinen brauchen Jesus, sonst sind sie, wie alle ohne Jesus, verloren.
In Psalm 8,3 lesen wir: Gott, „aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir einen Lobgesang“. - Kann man Gott loben ohne den Heiligen Geist? Ohne Gottes Kind zu sein?

Kann man ihn loben, ohne in seinem Bund zu sein?
Sollte es für Kinder einen anderen Weg zum Heil, zur Rettung, geben, als den, der für uns gilt? Sollte es einen geben, bei dem die Taufe überflüssig wäre? Sollte es einen Weg geben, bei dem Taufe und Glaube keine Rolle spielen würden?
Oder man könnte anders fragen: Ist ein ungetaufter Säugling, der stirbt, bei Gott? – Da höre ich manchmal als Antwort: „Naja, Gott wird's schon irgendwie richten?“ - Sicherlich wird er das. Er ist ja der Richter. Aber was heißt hier „irgendwie“? Ich denke, die Bibel ist deutlich, und Gott hat es schon gerichtet.

Jeder, der geboren wird, wird fern von Gott geboren.
Das ist so. Da steckt die Sünde dazwischen. Das Wort „Sünde“ kommt von dem Wort „Sund“, das ist ein Graben, der große Sund, der uns von Gott trennt. Das gilt für jeden, egal ob er klein ist oder groß, dick oder dünn, hübsch oder hässlich, Säugling oder Greis.
Auch die so genannten „unschuldigen" Säuglinge sind fern von Gott geboren und haben deshalb bereits Sünde. Wohlgemerkt: Sie tun keine Sünde; wie sollten sie auch? Aber sie haben Sünde - wie wir alle. Und wir können uns drehen und wenden, wie wir wollen, wir tun Sünde, weil wir Sünde haben. Das ist unser irdisches Wesen. Das steckt uns gleichsam in den Genen, so sind wir programmiert. Unser ganzes Leben steht unter dem Vorzeichen von Sünde und damit unter dem Vorzeichen von Tod und Vergänglichkeit und Zerstörung.

Ich taufe gerne Kinder!

(2.) Weil Glaube + Taufe allein selig machen

Das gilt für alle gleich. Wir brauchen Jesus Christus. Er ist der einzige Weg aus unserer Verlorenheit.
Er ist die einzige Brücke - nicht zu Gott, sondern von Gott zu uns. Diese Brücke hat zwei solide Pfeiler: „Wer glaubt und getauft wird, der wird selig werden“ (Mk 16,16).
Ich bin kein großer Mathematiker und mit Zahlen stehe ich ein wenig auf Kriegsfuß, aber was eine Gleichung ist, habe ich mitbekommen. Die Gleichung hier heißt:„Glaube + Taufe = selig“. So einfach ist das: Wer glaubt und getauft ist, ist sogar schon selig. Glaube und Taufe ist also die Brücke zur Seligkeit.
Dass es daneben noch ein Brücklein für vom „Fleisch geborene Kindlein" ohne Taufe gibt, davon schreibt die Bibel nichts. Eine Brücke reicht ja nun auch wirklich! Damit ist klar: Der Weg zum Heil geht nur über den Weg, den GOTT vorgibt, über die Brücke, die ER schlägt. Die Taufe ist also heilsnotwendig!

Darum: Lieber über die Brücke gehen als ertrinken.

Und weiter ist klar: Diese Brücke können wir durch nichts selbst machen. Sie ist ganz und gar Gottes Werk. Sie ist nicht abhängig von meinem Bekenntnis. Allein entscheidend ist Gottes Handeln.

Ich taufe gerne Kinder!

(3.) Weil die Reihenfolge egal ist  

Was kommt zuerst, der Glaube oder die Taufe?

Aus Mk 16,16 wird immer wieder eine Reihenfolge herausgelesen: Zuerst muss ein Mensch glauben, dann kann er zweitens getauft werden. Also: Erst der Glaube, dann die Taufe.
Nun, das ist schon etwas lustig. Dann hätte sich Jesus in seinen letzten Worten ja selbst widersprochen! „Matthäi am Letzten", wir haben es als Lesung vorhin gehört. Dort heißt es wörtlich: „Geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker: indem ihr tauft und indem ihr lehrt“ (Mt 28,18-20).

Hier ist die Reihenfolge genau andersherum, also Zuerst Taufe, dann zweitens Lehren. Wenn wir das als Reihenfolge verstehen würden, könnten wir mit einem Feuerwehrschlauch durch die Gegend fahren und die Leute in Massen „taufen" und dann anschließend lehren.
So kann es nun wohl wirklich nicht gehen! Ich glaube nicht, dass Jesus bei seinen letzten Worten auf dieser Erde durcheinander war oder die Apostel das vor lauter Aufregung nicht so ganz richtig mitgekriegt haben.

Fakt ist: Glaube und Taufe, Taufe und Glaube gehören unlösbar zueinander. Sie sind Bedingungen der Seligkeit. Die Reihenfolge ist egal!

Ich taufe gerne Kinder!

(4.) Weil die neue Geburt durch die Taufe ein lebenslanger Prozess ist

Gott ist der Brückenbauer. Er ist der Handelnde in der Taufe.

Er lässt uns in der Taufe mit Christus sterben und zu einem neuen Leben auferstehen (Römer 6,4ff). Er gebraucht die Taufe als „Bad der Wiedergeburt" (Titus 3,5). Es ist eine Geburt aus „Wasser und Geist" (Joh 3,5). So wie wir irdisch geboren wurden, so wird in der Taufe in uns der zu Jesus gehörende neue Mensch geboren, so wie Gott uns ursprünglich gemeint hat.
Das ist eine „neue Geburt“ („Taufwiedergeburt“). Aber dieses Wort ist missverständlich und es wurde und wird so oft falsch gebraucht.
Es ist so ähnlich wie bei der natürlichen Geburt eines Menschen. Wenn ein Mensch geboren wird, ist das der Beginn seines Lebens. Jetzt fängt es erst an. Jetzt muss er versorgt werden, jetzt braucht er Nahrung, Pflege, Hilfe, - damit sein Leben sich entfaltet, damit er wächst und gedeiht. Ohne diese Zuwendung würde er jämmerlich umkommen, da nützt ihm die ganze Geburt nichts. Sie ist nur der Anfang.
Genauso ist die „Wiedergeburt durch die Taufe" lediglich der Beginn eines neuen Lebens „in Christus". Diese Wiedergeburt ist ein Prozess, in dem sich das neue Leben gegen das alte Leben durchsetzen soll. Dazu braucht jeder kleine Christ Nahrung und Zuwendung und Hilfe, damit Gott mehr und mehr Einfluss gewinnt in seinem Leben. Und abgeschlossen ist dieser Prozess der neuen Geburt erst an dem Tage, an dem der alte Mensch gestorben ist und der neue in Ewigkeit leben wird und einen neuen Leib bekommt, - also in der Auferstehung.

Ich taufe gerne Kinder!

(5.) Weil die Taufe mehr gibt als der Segen

Manche sagen: Wir wollen unser Kind lieber Segnen lassen und nicht taufen. - Eigentlich ist aus dem Gesagten bereits klar, dass eine Kindersegnung im Vergleich zur Taufe nicht mithalten kann.
Aber es kommt noch dicker. Als Jesus die Kinder segnete (Mk 10,16), hatten die Kinder ihn leibhaftig und persönlich. Was wollten sie mehr? Was sollte da noch eine Taufe?! Mehr als Jesus kann man nicht bekommen. Und genau das ist der springende Punkt:
Unser Segen stellt einen Menschen in den Machtbereich Gottes, aber die Taufe vermittelt Jesus leibhaftig. Da wird der neue Jesusmensch geschenkt. Wo Jesus segnet, müssen wir taufen. Warum? Weil er nicht mehr unmittelbar, sondern mittelbar für uns da ist, hat er uns extra das Instrument der Taufe gegeben, damit wir ihn in diesem Gnadenmittel weitergeben.

Am Wort Gottes lässt sich das anschaulich verdeutlichen:
Jesus ist das Wort Gottes. Es braucht nicht zu warten, bis das Neue Testament geschrieben wurde. Aber wir können ihn nicht mehr unmittelbar hören wie die Jünger damals. Wir brauchen das Wort Gottes, die Bibel, um Jesus zu hören.
Der Schächer am Kreuz musste auch nicht erst getauft werden, um ins Paradies zu kommen. Jesus allein genügte ihm dafür. Und selbstverständlich hat Jesus selbst auch nie getauft.

Wozu auch?!

Ich taufe gerne Kinder!

(6.) Weil ich im NT keine Stelle dafür finde, dass jemand ungetauft in den Himmel kommt, also gerettet wird.
Wie ist es dann denen, die nicht getauft sind, auch mit den ungetauften Kindern?

Für den direkten Weg ins Paradies muss man über die Brücke der Taufe. Nun ist das Paradies ja nicht das Endgültige, sondern „nur" das Vorzimmer des Himmels - mit offener Tür. Und alle, die glauben und getauft sind , gehen diesen Weg ins Paradies, wo sie auf die Auferstehung des Leibes warten. Dann bekommen sie ihren neuen, himmlischen Leib.
Und umgekehrt gibt es das Reich der Toten, in das alle gehen, die ohne Jesus gelebt haben, die nicht über die Brücke von Glauben und Taufe gegangen sind. Alle! Auch die ungetauften Kinder.

Aber Gott ist gerecht. Was können sie dafür? Was können die Indianer dafür, die nie von Jesus gehört haben? Was können die Asiaten dafür, die Jahrhunderte vor Christus gelebt haben, oder die auch heute keine Chance haben, ihn kennen zu lernen?
Was können die Konfirmanden dafür, die einer Kirchengemeinde in die Hände fallen, die ihnen den Weg zur Ewigkeit vorenthält?
Im Glaubensbekenntnis beten wir Sonntag für Sonntag den Satz: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes." In der Gedankenwelt der evangelischen Christen kommt dieser Satz so gut wie nicht vor. Hier handelt es sich um eine völlig unterbelichtete Wahrheit.
Nach Eph 4,8-10 und 1. Petrus 3,19 ist Jesus nach seiner Kreuzigung in die Unterwelt gegangen, um den Geistern im Gefängnis zu predigen. Natürlich passt das nicht in jedermanns Weltbild, deshalb wird auch kräftig daran herumgedeutelt.
Sonntag für Sonntag beten und bekennen wir: Er, Christus, ist „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ . Im 1. Petrusbrief 4,6 ist das biblisch belegt. Da heißt es: „Denn auch den Toten ist das Evangelium verkündigt worden“.
Wohlgemerkt: Eine zweite Chance gibt es nicht!
Wer hier schon Gottes Wort gehört und abgelehnt hat, ist hörunfähig geworden. Die Bibel nennt das „verstockt". Aber alle die, die nie eine Chance hatten, Jesus kennen zu lernen, die ihn vielleicht immer gesucht haben, die kann Gottes Wort noch erreichen.
I ch habe meinen Kindern als evangelisch-lutherisch geprägter Christ diesen Umweg ersparen wollen und sie frühzeitig getauft.

Ich taufe gerne Kinder!

(7.) Weil ich ihnen das Beste gönnen möchte.

Wir haben gesehen, die Taufe hat nicht nur einen symbolischen Charakter. Sie hebt die Distanz zwischen Gott und uns auf. Sie schenkt Vergebung der Sünde, der Ursünde überhaupt, nämlich der Trennung von Gott. –
Gott handelt hier. Und was ist das Ergebnis?

Wer getauft ist, bekommt Gott zum Vater und wird Gottes Kind.
Er wird Glied am Leib Christi.
Er wird aufgenommen in die Gemeinschaft der Kirche.
Er wird aufgenommen in den Bund Gottes mit seinem Volk.
Er wird eingetragen in das Buch des Lebens.

Das ist ein ganzes Bündel von Adelsprädikaten, das da in der Taufe geschenkt wird. Und das alles schon in der Kindertaufe, bevor man selbst auch nur irgendetwas dazu tun konnte.
Wenn irgendwo überhaupt deutlich wird, dass Gnade ein reines Geschenk Gottes ist, dann in der Kindertaufe.
Bei jeder Kindertaufe feiern wir die voraussetzungslose Gnade Gottes.
Das Kind kann sich ja noch nicht einmal wehren. Ist das fair? Sollte man nicht warten, bis es sich selbst entscheiden kann?
Ja aber, wenn es vorher stirbt, wie kommt es dann über die Brücke? Außerdem widerspricht es doch allem, was wir sonst für die Kinder tun: immer nur das Beste! Wir kaufen die besten Pampers, wir bringen sie zum Babyschwimmen und zur musikalischen Früherziehung und, und, und ... Aber ausgerechnet da, wo es um Gottes großartiges Geschenk für die Kinder geht, werden manche Christen auf einmal ganz spröde und spreizen sich.
Natürlich müssen sich die Kinder einmal selbst entscheiden, ob sie mit Gott leben wollen oder nicht. Aber erst einmal sollen sie in die Gemeinschaft mit Gott hineingenommen werden. Das geht nun einmal nur über die Taufe. Und das soll so früh wie möglich geschehen.

Ich taufe gerne Kinder!

(8.) Weil wir damit in guter jüdischer Tradition stehen.

Nicht dass die Kinder in Israel getauft würden. Nein, die Jungen werden am achten Tag beschnitten. Das ist das äußere Zeichen dafür, dass Gott sie mit in den Bund hineingenommen hat, den er mit seinem Volk geschlossen hat. Das Kind hat keine Chance, sich zu entziehen. Es wird in den Bund mit Gott hinein genom-men, ob es will oder nicht.
Ob dieses Kind einmal ein „wahrer Israelit" wird, ob es nach dem Willen Gottes lebt und den Bund hält, das alles wird sich zeigen. Zunächst einmal aber ist es in den Bund mit Gott aufgenommen.
Die christliche Kirche hat die Beschneidung durch die Taufe ersetzt (Kolosser 2;1-12). Jetzt geht es nicht mehr um die Beschneidung am Leib, sondern um das Begrabenwerden und Auferstehen mit Christus in der Taufe.
Das frühe Datum wurde beibehalten. Davon kann man ausgehen. In der Bibel ist nichts davon zu lesen, dass es verändert worden wäre.
Juden, die in der Zeit der Urgemeinde Christen wurden, durften ihre Jungen nicht mehr hinein nehmen in den Bund Gottes. Die Söhne durften nicht mehr beschnitten werden. Für einen Juden, der Christ wurde, war das ein großer Verlust.
Wohl auch deshalb wird die Kirche von Anfang an Kinder getauft haben, damit ein neues Bundeszeichen steht.
Die Kirchengeschichte jedenfalls berichtet, dass von den Aposteln die Tradition der Kindertaufe übernommen wurde. (So bei Origenes, geb. um 185 und Tertullian, geb. um 200)

Ich taufe gerne Kinder!

(9.) Weil die Christen von Anfang an Kinder tauften.  

In unserer Zeit der Ein- und Zweikindfamilie macht man sich ja meistens nicht klar, welche Stellung der Patriarch im Orient hatte. Er bestimmte, was mit der Sippe geschah. Und dann wurde eben getauft, wer im Haus in der Großfamilie war: Eltern, Kinder, Tante Else, Sklaven. Natürlich wurden die alle nicht gefragt. Dass bei all diesen Haustaufen kein Kind dabei gewesen sein soll, ist mehr als unwahrscheinlich.
S owohl Lydia, als auch der Kerkermeister ziehen ihren ganzen Hausstand mit zur Taufe, ohne dass vorher von einer Bekehrung derselben die Rede wäre. (Apg 16,15.31; 18,8; 1. Kor 1,16). Das muss man mal bedenken: Menschen, die nur ein einziges Mal eine christliche Predigt gehört haben, die gerade eben noch Heiden waren und von deren Glauben wir gar nichts wissen, werden zusammen mit ihrem ganzen Haus getauft.

Die apostolischen Zeugen widersprechen nicht!
Die Kindertaufe wird ja deshalb nicht wörtlich in der Bibel genannt, weil sie selbstverständlich war. Und Selbstverständlich-keiten brauchen nicht extra erwähnt zu werden.

Dürfen Frauen zum Abendmahl? Auch davon ist in der Bibel nichts zu lesen. Und trotzdem freuen wir uns über die Gemeinschaft am Altar.
Natürlich berichtet die Apostelgeschichte zunächst einmal von der Bekehrung und der Taufe der Erwachsenen. Aber was soll man denn von einer Momentaufnahme aus der Missionsgeschichte erwarten? In der Mission kommen immer erst Erwachsene zum Glauben und lassen sich taufen. Die Frage ist nur, was kommt denn dann? Sperren sie ihre Kinder in den Schrank, damit sie ja nicht zur Taufe dürfen, oder bringen sie sie voller Freude mit zu dem Gott, dessen Lebendigkeit, Liebe und Kraft sie gerade erfahren haben?

Ich taufe gerne Kinder!

(10.) Weil Jesus uns die Kinder zum Vorbild gibt und sagt: „Werdet wie die Kinder!“

  Können Kinder glauben? Ja! Natürlich! Aber sie glauben anders als Erwachsene. Ich denke, dass in all den Gesprächen über Taufe unglaublich viele Missverständnisse entstehen, weil man sich nicht klar ist über das, was „Glaube“ meint.
Jesus sagt ausdrücklich: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird, nicht hineinkommen (Mk 10,15).
Also, wie glaubt ein Kind? Ich denke, mit einem offenen Herzen. Der Deckel der Tatsünden liegt noch nicht über diesem Herzen, deshalb kann es einfach besser vertrauen, als Erwachsene es können. Der Keim des Misstrauens hat sich noch nicht auswachsen können.
Natürlich ist das Herz des Menschen, selbst wenn es noch zu Gott ganz offen ist, aus sündigem Material, deshalb wird es Sünde produzieren und immer auf Vergebung angewiesen sein. In der Bergpredigt steht: Selig sind, die geistlich arm sind (Mt 5,3). Das ist es! Ein geistlich armes Herz hat vor Gott nichts aufzuweisen. Es hat nur eine große Qualität: Es ist offen für Gott, und so kann Gott seine Gnade ungebremst hineingießen. Das zutiefst ist Glaube. Darum können eben auch Säuglinge, die ja in Gottes Bund aufgenommen waren, ihn loben (vgl. oben Ps. 8,3).
Wer natürlich meint, dass unser Glaube ein Produkt unseres eigenen Willensentschlusses ist, wird dies nicht mehr mitdenken können. Wer allerdings erfahren hat, dass Gottes Gnade ihm immer voraus gewesen ist und auch der Glaube und „Zum Glauben Kommen" immer ein Geschenk unseres Herrn ist, der wird schnell verstehen, dass Jesus uns an die Kinder verweist, damit wir lernen, was wirklicher Glaube ist. Kinder müssen nicht erst erwachsen werden, um glauben zu können. Jesus dreht es um, Erwachsene müssen werden wie Kinder, damit sie vertrauensvoll glauben können.

Dazu ist eine Bekehrung erforderlich, ein Umdenken, das Gott schenkt. Da geht einem das Herz auf, und Gott kann einem ein neues Vertrauen, einen neuen Glauben schenken. Am schönsten ist es ja, wenn ein Kind, das getauft ist, im Glauben bleibt und den Glauben entfaltet. An dieser Stelle hat christliche Erziehung einen unglaublich hohen Stellenwert. In der Taufgnade bleiben heißt, das Urvertrauen zu Christus behalten und immer wieder in dieses Vertrauen zurückfinden, auch durch Krisen hindurch wieder in Gottes Arme laufen.

So wie der „verlorene Sohn" (Lk 15), der war getauft, pardon, beschnitten, den hatte Gott in seinen Bund aufgenommen, er war Kind des Vaters und hatte ein Zuhause. Wir kennen die Geschichte. Er ist aus der Gemeinschaft mit dem Vater ausgebrochen. Er hätte auch bei den Schweinen verenden können. Er wäre immer noch Kind des Vaters gewesen, aber er ist noch rechtzeitig umgekehrt. Zurück zu der Gnade, die ihm schon einmal geschenkt war. Ohne Umkehr, Buße, Bekehrung hätte ihm auch die Beschneidung oder der Status des Kindseins nichts genützt. Ohne Umkehr, Buße, Bekehrung - ohne Glaube nützt auch die Taufe nichts.

Mk 16,16 hat ja auch einen klaren, aber harten Nachsatz: Wer glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer nicht glaubt, der wird verdammt werden. Da weiß man jedenfalls, wo man dran ist! - Aber davon spricht man nicht gerne. Es wird verschwiegen.

Natürlich kommt dann beim Kirchenvolk das Gefühl auf, dass die Taufe wie eine Schluckimpfung wirkt. Natürlich entsteht da der Satz: „Einmal getauft, immer selig". So ein Quatsch! Gott schenkt uns doch nicht in der Taufe seinen eigenen Sohn, damit wir ihn anschließend abwürgen! Die Taufe muss gelebt sein, sonst werden wir verdammt sein. Martin Luther ist in seinen Schriften wunderbar deutlich. Er sagt, wenn einer die Taufe nicht lebt, dann sollen wir ihn für einen Zöllner und Heiden halten. Da aber offensichtlich ganz viele ihre Taufe nicht leben, muss die Kirche Bekehrung predigen. Was denn sonst?! Eine Kirche, die tauft, muss evangelisieren. Darum bitten wir, darum werben und rufen wir: Kehrt um! Biegt ein auf den Weg, den Jesus weist! Lasst euch versöhnen mit Gott!
Denn der Himmel feiert ein Fest und die Engel jubeln über jeden der zu seiner Taufgnade zurückfindet, über jeden, der umkehrt und Buße tut.

Amen.

 

Ich taufe gerne Kinder! Warum?

(1.) Weil sie es nötig haben

(2.) Weil allein Taufe + Glaube selig machen

(3.) Weil die Reihenfolge egal ist : Glaube+Taufe / Taufe+Glaube

(4.) Weil die neue Geburt durch die Taufe

ein lebenslanger Prozess ist

(5.) Weil die Taufe mehr gibt als der Segen

(6.) Weil ich im NT keine Stelle dafür finde, dass jemand

ungetauft in den Himmel kommt, also gerettet wird.

(7.) Weil ich ihnen das Beste gönnen möchte.

(8.) Weil wir damit in guter jüdischer Tradition stehen.

(9.) Weil die Christen von Anfang an Kinder tauften.

(10.) Weil Jesus uns die Kinder zum Vorbild gibt und sagt:

„Werdet wie die Kinder!“

  ……………………..

Nicht verwendete Gedanken:

Entweder die Kirche evangelisiert oder sie wird zur Kirche des Antichristen und fällt mit unter das Verdammungsurteil Gottes. Das Blut der Verlorenen wird man von ihrer Hand fordern (Hes 3,20). - Folgende fünf Sätze können beim Weiterdenken helfen:

1. Alles Wichtige fängt im Himmel an. In der Taufe wird der Jesus-Mensch im irdischen Menschen geboren.

2. In den Kreis der Getauften kann man hinein, aber nicht wieder heraus.

3. Der Kreis der Getauften und Glaubenden ist nicht deckungsgleich. Wir wissen nicht, wer in der Taufgnade und in der Gemeinschaft mit Jesus Christus bleibt.

4. Man kann aus der Gemeinschaft mit Christus herausfallen.

Die Taufgnade nützt nichts mehr.

5. Umkehr ist angesagt, Bekehrung muss gepredigt, es muss evangelisiert werden.

Eine Taufe ohne eine Taufverkündigung darf nicht sein! Aber zur Verkündigung gehört das ganze Evangelium, eben auch die Gerichtsansage nach Mk 16,6b. Das gehört auch in die Taufgespräche und in die Taufseminare. In jedem Familiengottesdienst ist ein „Taufgedächtnis" möglich. Zur Feier der Osternacht gehört eine Tauferziehung und die Erneuerung des Taufversprechens, Christus nachzufolgen. Die Taufkerzen, die an die Familien mitgegeben werden, erinnern an das große Geschenk Gottes, das von Jahr zu Jahr wieder neu zu feiern ist.

Der Konfirmandenunterricht ist Bekehrungsunterricht. Was für eine Chance! Die Volkskirche liefert uns die Jugendlichen frei Haus. Bekommen sie das Evangelium zu hören? Oder werden sie am Ende nur aus der Gemeinde hinauskonfirmiert? Die Konfirmation ist deshalb logischerweise eine Evangelisation.
Wer dann zum Glauben kommt, wird das mit seinem Leben bezeugen, vielleicht in einem Gottesdienst oder auch in einer öffentlichen Veranstaltung.
Was natürlich nicht geht, ist eine nochmalige Taufe, Wiedertaufe. Hat der verlorene Sohn sich noch einmal beschneiden lassen? Kann Jesus noch einmal geboren werden? Wer nicht getauft ist, wird sich jetzt natürlich taufen lassen. Klar!
Aber für den, der getauft ist und zur Taufgnade zurückfindet, gilt: Da ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut (Lk 15).
In der Bibel kommen mehr Kinder vor, als manche wahrhaben wollen. Ich will nun nicht gerade behaupten, dass es von ihnen nur so wimmelt. Aber es sind doch so viele, dass man an ihnen nicht vorbeikann.
Macht zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie tauft ... (Mt 28,18-20) - mit Ausnahme der Kinder?
Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen..., denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung (!)... (Apg 2,38-39).
Und wieder mit Blick auf das alttestamentliche Vorbild: Und sind alle auf Mose getauft ... (1 Kor 10,2) - wiederum mit Ausnahme der Kinder?
Und endlich die fünf „Haustafeln“. Kinder werden hier nicht ausdrücklich erwähnt. Deshalb sind diese Stellen auch kein Beweis, sondern Hinweise

Mk16,16 – zweiter Teil des Verses!
In den Taufagenden der meisten evangelischen Kirche taucht dieser Vers nicht mehr auf. Von Verdammung zu reden, ist einfach unanständig, also raus damit. Das ist jedenfalls Unterschlagung und Betrug!

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