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Gemeindebote der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche Schnaittach
 
AUS DEM EV. KINDERGARTEN "DIE ARCHE"

Jahreslosung für 2010:
Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich
(L) Johannes 14, 1

" Markus 6,30-44 "

Gottesdienst am 1. Advent, 3.12.2006
Evang.-Luth. Christuskirche Schnaittach
Dank an die scheidenden Kirchenvorsteher
Einführung des neuen erweiterten Kirchenvorstands

„Und 5000 wurden satt“ – Und wir sind Gottes Handlanger
Von unserem Auftrag als Kirchengemeinde

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Lesung des Evangeliums: Markus 6,30-44
Vor der Predigt noch einmal Lesung i.A.: Vv 30-31 / Vv 41-43

Liebe Gemeinde,
Christus wendet sich den Menschen zu. Er weiß was sie brauchen. Er beschenkt und versorgt sie. Und damit das gelingt, braucht er seine Jüngerinnen und Jünger. Er nimmt sie mit bei dem, was er da tut. Er stellt sie in seinen Dienst. Er erteilt ihnen einen Auftrag. - Darum geht es hier.

Die Erzählung von der „Speisung der Fünftausend“ ist mehr als ein Geschehen aus der Vergangenheit. Es geht um mehr als um ein einzelnes Ereignis, das irgendwann einmal statt gefunden hat. Hier wird sozusagen ein Bild gemalt von der Gemeinde Jesu. Das, was hier geschildert wird, ist typisch. Es beschreibt auch unsere Situation. Wir haben Anteil daran. Wir sind schon mitten drin. An irgendeiner Stelle kommen wir auch vor. Das, was hier erzählt wird, geschieht auch jetzt. Wir leben von dieser Wirklichkeit.

Christus wendet sich uns zu. Er teilt aus. „Ich bin das Brot des Lebens“, sagt er, „wer zu mir kommt, den wird nicht mehr hungern“, dessen Lebenshunger wird gestillt. Jetzt, hier in diesem Gottesdienst, teilt er sich mit und verschenkt sich. Davon leben wir. Das ist das Wunder. Und damit das gelingt, will er uns als seine Handlanger, als seine Mitarbeiter. Jeder getaufte Christ, jede Christin, ist dazu gerufen, selbst zu empfangen und anzunehmen, was Christus gibt und davon wieder weiter zu geben, wieder auszuteilen, wovon sie selber leben.
Das ist die Lebensbewegung, in die wir hineingestellt sind, durch unsere Taufe. Christus zieht uns da hinein. Er nimmt uns mit.

Liebe Gemeinde, hier können wir erkennen, was unsere Mission ist. Wir können daran ablesen, wozu die Gemeinde der Christen da ist, auch wir als konkrete Ortsgemeinde. Über diesen Auftrag muss eine Gemeinde Klarheit haben. Und verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher dürfen diese Ziele nicht aus dem Blick verlieren. Die Kirche Jesu Christi hat sie zu aller Zeit gewusst und beschrieben. Wir sind also nicht die ersten, die darüber nachdenken. Wir haben diese Ziele nicht erfunden. Aber wir müssen sie uns immer wieder vor Augen stellen, damit wir in der Spur bleiben, damit die Hauptsache die Hauptsache bleibt.

Worum geht es?

(1.) Lasst uns helfen, dass Menschen Gott kennen lernen.

Menschen um uns herum und wir selbst haben so unendlich viele und vielschichtige Nöte und Probleme. Da könnte jemand sagen: Naja, wenn wir helfen wollen, dann haben wir da genug zu tun! Aber lasst uns zuerst Jesus fragen: „Herr, sag du uns, was brauchen die Menschen um uns herum deiner Meinung nach am allernötigsten?“ Da gibt er eine für viele vielleicht überraschende Antwort. Ich lese aus unserem Bibelwort: Und Jesus „sah die große Menschenmenge; und sie jammerten ihn“ (wörtlich steht da: „es drehten sich ihm die Eingeweide um“, also: Es schlug ihm auf den Magen. Es ging ihm an die Nieren); „denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (V34).

Das ist die eigentliche, die tiefste Not der Menschen. So sieht es Jesus. Er schaut ins Herz. Er sieht die abgerissene Beziehung zu Gott. Hier soll es Heilung geben. Sie sollen wieder einen Hirten haben. Sie brauchen eine versöhnte, lebendige Beziehung zu Gott.

Selbstverständlich braucht ein Mensch in einer akuten Notlage die Hilfe, die seiner Not angemessen ist. Jemand, der am Ertrinken ist, braucht keine Bibel und keine Predigt, sondern einen Rettungsring. Aber im Innersten und auf lange Sicht, gibt es für einen Menschen nichts Wichtigeres, als Gott kennen und lieben zu lernen.

An anderer Stelle hat Jesus gesagt: „Was meint ihr, wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eines unter ihnen sich verirrte, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte?“ (Mt 18,12).

Genau das hat Jesus seinen Jüngern vorgelebt. Er ist zu den Menschen hingegangen und auf diesem Weg hat er seine Jünger mitgenommen. Und als der Auferstandene sagt er im Missionsbefehl: „Bleibt bei diesem Lebensstil! Gebt nicht auf. Setzt ihn fort. Geht hin zu all den vielen, die nicht mehr selbst kommen können, weil sie sich verirrt haben, weil sie den Weg nicht mehr finden, weil sie die Kraft nicht mehr haben oder aus welchen Gründen auch immer. Ja, werdet noch radikaler. Bisher ist eure Mission auf Israel beschränkt gewesen. Jetzt geht hin in alle Welt!“

Wenn einige Kirchenvorsteher an Kirche denken, dann denken sie zuerst an „Sitzung“ und nicht an „Sendung“. Was ist nur aus uns geworden? Wir wollen zwar eine „einladende“ Gemeinde sein, aber Jesus sucht eine „hingehende“. Klaus Eickhoff sagte einmal: „Eine Kirche, die nicht zu den Leuten hingeht, kommt auch nicht an.“ Damit hast er Recht. Welche Formen und Wege man wählt, das muss man diskutieren. Nicht diskutieren aber lässt sich, dass Jesus gesagt hat: „Geht hin uns macht zu Jüngern alle Völker“. Lasst uns helfen, dass Menschen Gott kennen lernen.

(2.) Lasst uns helfen, dass Menschen miteinander Gemeinschaft leben.

In unserem Bibelwort ist es angedeutet: Jesus „gebot ihnen, dass sie sich alle lagerten, tischweise, auf das grüne Gras. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig“ (V39f.)
Dabei geht es nicht nur um eine organisatorische Frage. Es geht um eine geistliche Einsicht: Christsein kann man nicht für sich alleine leben. Es gelingt nur in der Gemeinschaft mit anderen Christen. Allein geht man ein. Das ist der Punkt. Jesus meint also: „Nehmt die Menschen, die ihr zu mir führen wollt und die Menschen, die ihr zu mir geführt habt, in eure Gemeinschaft auf. Lasst sie einen Teil eurer Gemeinschaft werden!“ Auf diese Weise erleben sie Christsein. Sie sehen, wie ihr das, was Christus euch gibt, selbst aufnehmt und es wieder mit anderen teilt. –

„Und sie setzen sich in Gruppen“ (V40). Das ist ein Bild für die Gemeinde Jesu. Der Apostel Paulus sagt: „Ihr seid in einen Leib (hinein-)getauft“ (1. Kor 12,13). Ihr seid ein lebendiges Glied an diesem Leib. Ihr braucht diese Gemeinschaft, wenn ihr als Christen wachsen und reifen wollt. Und diese Gemeinschaft braucht euch. Wenn ein Auge beschließt, ohne den Rest des Körpers weiter leben zu wollen, dann ist das schlecht für den Körper. Ihm fehlt etwas. Es ist aber noch schlechter für das Auge: Es geht nämlich kaputt. Es kann seine eigentliche Funktion nicht mehr wahrnehmen.

Glauben wir das eigentlich noch, dass jemand, der nicht als lebendiges Glied in den Leib Christi integriert ist, seine eigentliche Bestimmung nicht mehr ausüben kann? Dass der die von seinem Schöpfer vorgesehene Funktion nicht mehr erfüllt?
Dass er das nicht tun kann, wofür Gott ihn eigentlich gemacht hat? Glauben wir das noch? Nehmen wir Gottes Wort an dieser Stelle noch Ernst?

„Ihr seid in einen Leib (hinein-)getauft“ - „Und sie setzen sich in Gruppen“. Jesus meint: „Gebt doch den Menschen ihren Lebensauftrag wieder. Nehmt sie in eure Gemeinschaft auf. Öffnet eure Türen und eure Herzen. Lasst sie in eurer Mitte das entdecken, wofür ich sie eigentlich gemacht habe!“ Als Christen sind wir nicht nur gerufen, für uns selbst in unserem Herzen an Jesus zu glauben, sondern auch dazu, zum Leib Christi zu gehören. Es geht darum, miteinander zu leben und liebevoll miteinander umzugehen.
Es geht darum, Gemeinschaft miteinander zu haben, sich auszutauschen untereinander, Anteil zu nehmen aneinander. Natürlich kann man in der Kirche Mitglied sein, wie in einem Verein. Aber lasst uns helfen, dass sie die Gemeinde Jesu als einen lebendigen geistlichen Organismus entdecken und sich darin einbinden lassen.

 

(3.) Lasst uns helfen, dass Menschen in ihrem Glauben
       wachsen.
Hier handelt es sich wahrscheinlich um den Auftrag, der in der Kirche am wenigsten wahrgenommen wird. Die Lebensbewegung, die dahinter steht, heißt in der Fachsprache „Jüngerschaft“.

In unserem Bibelwort ist diese Spur mit dem Staunen am Ende angedeutet. Da heißt es: „Und sie aßen alle und wurden satt. Und sie sammelten die (übrig gebliebenen) Brocken auf, zwölf Körbe voll“ (V42f.). Am Ende steht hier das Staunen: „Ja, Herr, du gibst das, was wir wirklich zum Leben brauchen. Du gibst mehr als genug.“ Bei Johannes heißt es „aus seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade“ (1,16). Und bei Lukas: Gott wird euch geben „ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß“ (6,38). Aus dem Staunen wächst die Neugierde, dass wir eben nicht in der Angst verharren und fragen: Was wird uns dieser Tag bringen? Sondern, dass wir neugierig nach vorne schauen und sagen: „Ich bin gespannt, was Gott für mich heute bereit hält.“

Es geht um solche konkreten Vertrauensschritte mit Jesus. Seine Lehre zielt ja nicht in erster Linie auf Wissensvermittlung, sondern auf Lebensveränderung.

Wir haben als Gemeinde Jesu nicht nur den Auftrag, Menschen zum Glauben zu führen und sie gemeinschaftsfähig zu machen, sondern sie in die Jüngerschaft zu führen, sie zur Nachfolge Jesu zu berufen und zu befähigen. Christen sollen in unserer Gemeinde ermutigt und befähigt werden, in ihrem Christsein zu reifen, d.h. Jesus in ihrem Alltag nachzufolgen, ihm zu gehorchen und Frucht für ihn zu bringen.

Wir haben den Auftrag, dafür Sorge zu tragen, dass aus Christen wirklich Jünger werden, d.h. Menschen, die Jesus nachfolgen. Und dazu müssen die Verantwortlichen in der Gemeinde vielfältige Möglichkeiten bereit stellen. Die natürlichen Orte, an denen das geschieht, sind die Kleingruppen, bzw. Hauskreise, aber auch die Gottesdienste, sowie Gemeindeseminare und v.a. die Seelsorge. - Lasst uns helfen, dass Menschen in ihrem Glauben wachsen können.

(4.) Lasst uns helfen, dass Menschen für andere da sein können.

In unserem Bibelabschnitt gibt Jesus einen klaren Auftrag: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (V37). Die Jünger waren beschämt und leicht überfordert. Das geht doch nicht. Brot für so viele Menschen? Aber das wenige, was sie hatten, legten sie zusammen: 5 Brote, 2 Fische. Es war nicht viel. Aber sie stellen es Jesus zur Verfügung. Das ist das Entscheidende hier: Das Wenige ihm anvertrauen, es in seine Hände legen. Und dann heißt es: „Und er nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter ihnen austeilten, und die zwei Fische“ „damit sie unter ihnen austeilten“ (V41).

Sie geben also das weiter, was sie selbst empfangen haben. Sie sind selbst beschenkt, darum schenken sie. Christliche Nächstenliebe ist immer eine Antwort auf Gottes Liebe zu uns. Sie ist eine Folge. Sie erwächst aus der Liebe Gottes zu uns.

Jesus hat sein Wirken unter den Menschen als „dienen“ verstanden. Er sagte: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). Dass man als Christ andere Menschen lieben soll, darüber wird man schnell handelseinig. Dass man ihnen aber „dienen“ soll, das geht uns nicht so leicht ein. Wir wollen uns nicht ausnutzen lassen. Wir wollen uns nicht unter den anderen stellen. Wir wollen Herr der Situation bleiben. - Aber Jesu beruft seine Jünger, anderen zu dienen. „Wenn jemand will der erste sein, der soll der letzte sein von allen und aller Diener“ (Mk 9,35).

Dienen ist ein wesentlicher Auftrag Jesu an seine Gemeinde. Es geht darum, dass wir unserem Nächsten in seinen geistlichen, emotionalen, leiblichen und in seinen Beziehungsnöten helfen. Dass wir in diesen Belangen nicht nur hehre Worte finden, sondern wirklich ganz für andere da sind. Nicht dort, wo sie uns ausnutzen wollen, aber dort, wo sie uns brauchen.
Wir sollen als Gemeinde nicht um unsere internen Probleme, um unser Wohlbefinden und um unsere Themen kreisen, sondern uns ganz für die Menschen um uns herum öffnen, die uns brauchen. Dafür sind wir als Gemeinde da.

(5.) Lasst uns dazu helfen, dass Menschen Gott von ganzem  Herzen lieben lernen.

Gott soll das erste sein und das letzte, was dich bewegt, was dich umtreibt und wofür du lebst. Gott soll der „magnetische Berg“ sein, auf den sich deine innere Kompassnadel immer wieder ausrichtet. Er soll nicht nur der Notnagel für die schweren Zeiten deines Lebens sein, die Lebensversicherung für den Fall deines Todes, sondern Gott möchte dich durch dein ganzes Leben hindurch begleiten, dich führen, deine Wege bestimmen. Er möchte, dass du von ihm redest und dass du mit ihm redest. Er möchte nicht nur zur ideologischen Untermauerung deiner persönlichen Ziele dienen, sondern er will auf deine Entscheidungen und Wege Einfluss nehmen. Nicht als fremder Herrscher und Tyrann, sondern als der, mit dem du in Liebe verbunden bist. Gott will die Liebe deines Lebens sein.

Die Gemeinde Jesu hat den Auftrag, Menschen dazu zu verhelfen, diese Liebe zu entdecken, zu entfachen, auszubilden und zu intensivieren. Ziel aller Gemeindearbeit muss immer sein, dass Menschen beginnen, Gott von ganzem Herzen zu lieben.

Und worin äußert sich diese Liebe? Mancher wird sich wundern: Sie äußert sich v.a. in der „Anbetung“, also darin, dass wir Gott die Ehre geben, dass wir ihn loben, ihn anbeten.
Das hat die Alte Kirche nicht anders gesehen. Sie sprach von der „Leiturgia“. Daher kommt unser Wort „Liturgie“. Es geht also um den Gottesdienst.

Überlegen Sie einmal: Worin äußert sich bei uns die Liebe zu einem anderen Menschen? Doch darin, dass wir (wenn irgend möglich) viel Zeit miteinander verbringen, dass wir seine Gegenwart genießen, ihm zuhören, uns ihm mitteilen, dass wir ihm gegenüber unsere Liebe in Worten und Taten ausdrücken.
Die Liebe braucht das gemeinsame Gespräch und sie braucht Liebeserklärungen oder auch Zeiten, in denen man schweigend zusammen sitzt und sich an der Gegenwart des anderen freut.
Ich denke, dass das mit der Liebe zu Gott nicht viel anders ist.

Denken Sie an die Geschichte von Maria und Martha (vgl. Lk 10,38ff.). Wie verausgabt sich Martha dort in Aktivitäten für Jesus! Wenn man diese Geschichte liest, hört man förmlich die Kochtöpfe klappern und den Staubsauger summen. Ganz anders Maria. Sie setzt sich Jesus zu Füßen und hört ihm einfach zu. Sie sucht und pflegt die Gemeinschaft mit ihm, sie „himmelt ihn an“ (im besten Sinn des Wortes). Und Jesus bestätigt ihr, dass sie damit richtig liegt: Du hast „das bessere Teil“ erwählt.

Dass Menschen Gott von ganzem Herzen lieben, das geschieht nicht von selbst. Es ist unsere Aufgabe als Gemeinde Räume und Möglichkeiten dafür zu schaffen. Z.B. durch Lobpreis, Abendmahl, Segnungen, gemeinsames Gebet, Meditation usw.
Dabei können Menschen ihre Liebe zu Gott entdecken, entfalten und ausdrücken.

Wir kommen zurück zum Anfang der Speisungsgeschichte. Da lesen wir die Aufforderung Jesu an seine Jünger, sie mögen bitte ihre Arbeit unterbrechen und ruhen lassen: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig“ (V31). Am Anfang war eben nicht die Tat. - „Am Anfang war das Wort“, so sagt es die Heilige Schrift. Also: Gott hat geredet. Nun geht es darum, immer wieder die Stille zu suchen, um zu hören, um dieses Wort aufzunehmen wie Brot, das der Herr uns austeilt und ihn anzubeten, um seiner selbst willen.

Gott von ganzem Herzen zu lieben, ihn anzubeten. Das ist die Mitte. Alle unsere anderen Aufträge, die genannt wurden, finden hier ihre Ausrichtung, ihre Begrenzung und ihr Ziel.
Davon leben wir. Das ist unsere Quelle. Darum brauchst du keine Sorge zu haben, dass du womöglich nicht genug tust, dass du nicht alle Wünsche erfüllst oder zu wenig Anerkennung erhältst.

Erfahrungen des Scheiterns werden uns immer begleiten: schon wieder ein Kirchenaustritt, wieder ein Gottesdienst, der mich nicht so recht erbaut hat.

Aber mit Christus sind Erfahrungen des Scheiterns heilsam begrenzt. Sie sind umgeben von seinem Zuspruch. Sie sind getragen von seiner freundlichen Anerkennung. Sie sind gehalten von seiner Zusage: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir“ und von der Ermutigung: „Trachte zuerst nach dem Reich Gottes, so wird dir alles andere zufallen.“ Hier lernen wir Gelassenheit einzuüben.

Die Logik der Ökonomie bestimmt weithin unser Leben: immer mehr, immer schneller, immer effektiver.
Jesus sagt zu seinen Jüngerinnen und Jüngern: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig“ (V31). - Es geht darum, diese Logik der Ökonomie regelmäßig zu unterbrechen, inne zu halten, sich vergewissern zu lassen, dass Gottes Geist uns trägt und treibt. Daraus lebt die Kirche. Darin liegt die Mitte unserer Arbeit. Darin liegt ihre Verheißung. Daraus schöpfen wir Kraft. - Amen.

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